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Ich laufe wieder, mit einem neuen Herzen

Ich laufe wieder, mit einem neuen Herzen

Eine Geschichte läuft dieses Jahr mit uns. Es ist die von Damiano, 49 Jahre alt, aus Ivrea, Angestellter und Hobbyläufer. Eine Geschichte über Mut, über Spitzenmedizin und darüber, was Sport bewirken kann, auch wenn alles verloren scheint. Eine wahre Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden.

Ein Stich beim Laufen

Alles begann bei einem ganz normalen Training. Zehn Kilometer, das übliche Tempo, ruhiger Atem. Dann, plötzlich, ein Schmerz in der Brust. Kurz, heftig. Damiano blieb stehen, es ging vorbei. Er sagte sich, es sei wohl nichts.

Doch ein paar Tage später fiel ihm das Treppensteigen schwer. Er wollte es genau wissen.

Die Diagnose war hart: fulminante Riesenzellmyokarditis, eine seltene und tödliche Krankheit, bei der das Herz den Körper nicht mehr versorgen kann. Keine Vorzeichen, keine Vorgeschichte in der Familie. Nur ein Stich, und dann der Absturz.

Die Molinette, die ECMO, die Warteliste

Notfallmäßig ins Krankenhaus Molinette in Turin verlegt, erlebte Damiano die schwierigsten Phasen seines Lebens. Zuerst die kardiologische Intensivstation unter der Leitung von Dr. Simone Frea von der Universitätskardiologie von Prof. Gaetano Maria De Ferrari. Dann die Verlegung auf die Intensivstation der Herzchirurgie unter der Leitung von Dr. Anna Trompeo, wo sich sein Zustand rasch verschlechterte, bis er eine ECMO brauchte – die Maschine für den extrakorporalen Kreislauf, die ihn buchstäblich am Leben hielt, während die Ärzte gegen die Zeit kämpften. Die Lage war extrem: Aufnahme auf die nationale Dringlichkeitsliste für eine Transplantation.

Selbst in den kritischsten Momenten, an die ECMO angeschlossen und ans Bett gefesselt, gab Damiano nicht auf. Er begann sich zu bewegen, die Muskeln zu trainieren, zu versuchen, sich aufzusetzen und zu stehen. Er fiel, stand wieder auf, versuchte es noch einmal.

Er sagt, das habe ihn der Sport gelehrt: sich ein Ziel setzen, dafür leiden, nicht aufgeben. Diese Einstellung hat ihm im dunkelsten Moment seines Lebens wahrscheinlich zweimal das Leben gerettet.

Damiano, der nach seiner Herztransplantation wieder läuft

Acht Tage. Dann, in der Nacht, ein Herz.

Nach acht Tagen an der ECMO kam die Wende: Ein passendes Herz war verfügbar. Operiert hat Prof. Massimo Boffini zusammen mit Dr. Erika Simonato – der Zustand war äußerst kritisch, aber gerade in solchen Fällen ist die Transplantation die einzige echte Überlebenschance. Es ging gut. Damiano bekam eine neue Chance auf Leben.

Nach der Transplantation folgte eine lange Reha in der IRCCS Fondazione Maugeri in Veruno, betreut von Dr. Massimo Pistono. Dann die ersten Schritte. Dann die Arbeit. Dann die ersten Laufkilometer, immer mehr — und das Training zusammen mit einigen Ärzten aus dem Team von Prof. Mauro Rinaldi, vor allem mit Dr. Matteo Giunta.

Ein Meilenstein, der über Damiano hinausgeht

Damianos Geschichte trifft auf einen außergewöhnlichen Meilenstein der Medizin im Piemont: Das Herz- und Lungentransplantationszentrum des Krankenhauses Molinette unter der Leitung von Prof. Mauro Rinaldi feiert in diesen Tagen 1.300 Transplantationen seit Beginn seiner Tätigkeit — 800 Herzen und 500 Lungen, von 1990 bis heute. Eine Zahl, die von Jahrzehnten mutiger Entscheidungen, moderner Technik und geschenkter Leben erzählt.

Zu diesem Ergebnis trägt auch die Zusammenarbeit zwischen der Fondazione DOT – Donazione Organi Trapianti bei, einer gemeinnützigen Stiftung, gegründet von der Città della Salute, der Stadt Turin, der Region Piemont, der Universität und dem Politecnico — und der Reale Foundation, im dreijährigen Projekt ITT – InnovaTrapianto a Torino, das die Exzellenz der Transplantationsmedizin durch moderne Technologien stärken will. 2025 hat das Projekt bereits neue Diagnosegeräte und moderne Systeme für den Organtransport gebracht.

Die Fondazione DOT setzt sich jeden Tag dafür ein, die Kultur der Organspende zu fördern und die Forschung in diesem Bereich zu unterstützen. Denn hinter jeder Transplantation steht eine Entscheidung — die von jemandem, der sich entschieden hat zu spenden.

Der 19. April: Der Kreis schließt sich

Am 19. April steht Damiano am Start von LA MEZZA DI TORINO. Genau ein Jahr nach der Transplantation.

Und er wird nicht allein sein: Mit ihm laufen die Ärzte der Molinette, die ihn gerettet haben, darunter Dr. Matteo Giunta, der ihn beim Training auf dem Weg zurück ins Leben begleitet hat.

Das Datum ist kein Zufall: Der 19. April 2026 ist der Nationale Tag der Organ- und Gewebespende und -transplantation in Italien, eingeführt per Ministerialerlass und im Amtsblatt veröffentlicht. Ein Tag, der dieses Jahr dank Damiano ein Gesicht hat, einen gleichmäßigen Schritt auf dem Asphalt von Turin und eine Nummer auf der Brust.

Damiano geht es nicht um die Zeit. Sein Ziel ist es, dabei zu sein.

„Wieder zu laufen und bei diesem Rennen dabei zu sein, heißt für mich, den Kreis zu schließen, der sich genau vor einem Jahr geöffnet hat.“

Warum uns diese Geschichte etwas angeht

Wir von Base Running organisieren Rennen. Wir denken an Strecken, Logistik, Startzeiten, Verpflegungsstellen. Aber Geschichten wie die von Damiano erinnern uns daran, warum das alles wirklich Sinn hat.

Ein Rennen ist ein Ort, an dem Menschen sich wieder lebendig fühlen. Wo sich Kreise schließen. Wo ein Mann mit einem neuen Herzen genau dort weitermachen kann, wo er aufgehört hat — auf der Straße, mit Laufschuhen an den Füßen und einem Atem, der wieder ruhig wird.

Wie Livio Tranchida, Generaldirektor der Città della Salute, sagte, zeigt Damianos Geschichte, dass man nach einer Transplantation zu einem normalen Leben zurückfinden kann, auch dank des Sports — und sie bestätigt den Wert von Bewegung auch als Therapie.

Wir wussten das schon. Aber es tut immer gut, es so zu hören.

Wir sehen uns am 19. April.

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